Das Projekt setzt beim bekannten Märchen Dornröschen an.
Die dreizehnte Fee wurde nicht zum Fest eingeladen – nicht an die feine Tafel, nicht zum großen Mahl. Was bedeutet es, nicht dazuzugehören, obwohl man Teil der Gruppe ist? Ein Versehen, Pragmatismus – oder eine gezielte Ausgrenzung? Warum wurde ich aus der Chatgruppe entfernt, obwohl ich doch auch eine Fee bin? Und wer ist eigentlich der Admin?
Diesen und weiteren Fragen nach gesellschaftlichen Ein- und Ausschlüssen sowie nach Möglichkeiten der Teilhabe widmete sich kollektiv:proton gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen aus Luckenwalde.Zum diversen Umfeld des Jugendclubs KLAB stießen junge Menschen aus einem Übergangsheim des DRK, aus einer WG für betreutes Wohnen sowie aus umliegenden Dörfern und der Stadt Luckenwalde. So entstand eine heterogene Gruppe mit vielfältigen kulturellen Hintergründen und Lebensrealitäten. Es stellten sich Fragen wie: Warum werden Geflüchtete aus der Ukraine anders behandelt als Geflüchtete aus Syrien? Was macht mich „anders“? Wie werde ich wahrgenommen, was wird mir zugeschrieben? Oder stimmt vielleicht tatsächlich etwas nicht mit mir? Was bedeutet es, nicht am Tisch der Auserwählten zu sitzen? Enttäuschung, Trotz – oder der Entschluss, gar nicht dazugehören zu wollen? Und: Kann es sein, dass ich gar nicht eingeladen werde, weil wir kein Geld für Geschenke haben? Zwischen diesen Positionen wurde spielerisch ausgelotet, was Ausgrenzung, Zugehörigkeit und Vielfalt bedeuten können – im Märchen wie in der Gegenwart. Gleichzeitig stellte sich die Frage, wie Transformation gelingen kann.